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Montag, 25. September 2017

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Heunisch

 

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Rebsorte in Mitteleuropa sehr verbreitet und zählte zu den wichtigsten Trauben. Schon im Hochmittelalter war der Heunisch in den deutschen Anbaugebieten zu finden, doch die Herkunft bleibt bis heute unklar. Sicher ist, dass der Weiße Heunisch ein Abkömmling einer uralten unbekannten Rebsorte der großen „Heunisch-Familie“ ist.

Die Beeren dieser Rebsorte sind groß und haben eine dicke Schale, welche in zwei Varianten gefärbt sein kann: rot oder weiß. Bei vollem Ausreifen können die großen Beeren eine durchaus akzeptable Qualität hervorbringen, meist wurde der Heunisch jedoch im gemischten Satz ausgebaut. Er zeichnete sich hier vor allem durch hohe Ertragsmengen und seine Frostresistenz aus, die vor allem in Jahren mit frühem Frost die Lese gesichert haben.

Der Ursprung des Namens ist fast so ungewiss, wie die Herkunft des Heunisch. Durch die Synonyme „Hunsch“ oder „Hunnentraube“ schloss man auf eine Verbreitung durch die Hunnen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Rebe durch das ungarische Volk mit seinem ausgedehnten Siedlergebiet im Mittelalter zu uns kam.

Im Spätmittelalter kam es dann zu einer Differenzierung des Heunisch in hunnische und fränkische Rebe. Die Unterschiede waren schwer fassbare Rebsortenunterschiede, die aber in der Qualität spürbar waren. Hildegard von Bingen stellte in ihrer Physica fest: Der fränkische Wein sei ein starker Wein, der mit Wasser vermischt werden müsse, wohingegen der hunnische von Natur aus wässrig sei und nicht verdünnt werden müsse.

Die Rebsorte ist heute fast verschwunden, jedoch gibt es bei der pfälzischen Gemeinde Weingarten noch einige Reben, die mittlerweile wieder gelesen werden. Fazit: „Etwas grasig, nach Birne duftend, leichter Alkoholgehalt, hohe Gesamtsäure, die gut eingebunden und unauffällig ist."

 

Karen Storck

 

Pfälzische Weinkönigin