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Donnerstag, 21. September 2017

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Früher Malinger

 

Diese weiße Rebsorte gehört zu den Raritäten unter den deutschen Weinen. Der Ursprung dieser Rebe ist noch immer etwas ungewiss. Ein französischer Gärtner namens Malingre soll 1840 in der Nähe von Paris aus unbekannten Sämlingen eine Rebe gezüchtet haben, die dann auch nach ihm benannt wurde. Unter den Namen Früher Malingre, Früher gelber Malinger, Blanc précoce de Malingre, Early Malingre und anderen ist die Rebe in der ganzen Welt bekannt. Heutzutage wird sie aber vorwiegend als Tafeltraube verspeist.

Die sehr früh reifende Rebsorte war im 20. Jahrhundert vor allem bei Kleinwinzern im Siebengebirge verbreitet. Die Sorte trägt gut und verfügt über eine ausreichende Resistenz gegen Fäule. Sie gilt als sehr saftig und süß, weißt jedoch kein spezifisches Aroma auf. Durch die sehr dünne Haut, die er besitzt, ist der Malinger sehr anfällig für die Rohfäule.

Im Laufe der Jahre wurden immer weniger Rebflächen mit dem Frühen Malinger bepflanzt, der schließlich fast nur noch als Hausrebe verwendet wurde und dadurch als Wein in Vergessenheit geraten ist. Er gilt jedoch als „Mutter“ vieler Neuzüchtungen, wie zum Beispiel Madeleine Angevine und Zarya Severa, welche wiederum die Rebsorten Siegerrebe und Reichensteiner hervorbrachten.

In der Gemeinde St. Martin wurde 2003 im historischen Weinberg dank der Initiative der Jungwinzer wieder ein Wingert mit dieser Rarität bepflanzt, welche 2007 bei der ersten Ertrag bringenden Lese 50 Liter Wein ergab, der ein Mostgewicht von 93 Grad Öchsle aufweisen konnte.

 

Karen Storck

 

Pfälzische Weinkönigin