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Montag, 25. September 2017

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Schwarzholzkrankheit

 

Die Schwarzholzkrankheit ist ein Befall von Reben durch die Glasflügelzikade respektive durch die von ihr übertragenen Bakterien „Phytoplasmen“. Dieses Insekt setzt hauptsächlich an der Ackerwinde an, daher auch Winde-Glasflügelzikade („Hyalesthes obsoletus“) genannt, und befällt dort mit den Bakterien das Phloem der Pflanze. Dieses Phloem ist ein Teil des Leitbündels bei Gefäßpflanzen und transportiert Zucker und Aminosäuren in die Pflanze.

Auf der Suche nach der Ackerwinde oder Großen Brennnessel können die Winde-Glasflügelzikaden versehentlich Reben anstechen und somit die Phytoplasmen in einen neuen Wirt setzen. Doch der Befall führt erst im Folgejahr zu ersten Anzeichen. Das Rebholz reift im Sommer nicht richtig aus (es kommt zu ungleichmäßiger Holzreife) und stirbt nach dem Winter mit einer Schwarzfärbung ab. Bei den Blättern macht sich die Erkrankung durch einrollen am Rand und durch Verfärbungen bemerkbar, indem bei Rotweinsorten die Blätter sektorweise rot werden und bei Weißweinsorten das Grün in ein sehr helles Grün übergeht. Die Trauben reifen ungewöhnlich groß und schmecken sehr bitter, bevor sie dann austrocknen.

Um die Schwarzholzkrankheit oder auch Bois noir einzudämmen, werden betroffene Weinreben im Sommer zurück geschnitten. Um die Zikaden von den Weinbergen fern zu halten, werden die Brennnesseln zwischen den Rebstöcken außerhalb der Zikaden-Flugphase herausgemacht. Wenn diese während der Flugphase entfernt werden, kommt es zu Suchflügen der Insekten wodurch das Risiko des Rebenbefalls erhöht wird.

 

 

Karen Storck

 

Pfälzische Weinkönigin