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Montag, 25. September 2017

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Lemberger

 

Der Lemberger ist eine rote Rebsorte, die sich in der Rotweinriege zwischen dem Portugieser und dem Burgunder einreiht. Der Lemberger ist laut neuesten Gen-Untersuchungen eine sehr alte, natürliche Kreuzung zwischen Reben aus der „hunnischen" - also östlichen - Familie und einer „fränkischen", einer westlichen Sorte. Sein Anteil an der bestockten Rebfläche Deutschlands beträgt rund 1,7 Prozent. Der größte Teil davon wird in Baden-Württemberg angebaut.

 

Die Lemberger-Rebe hat hellgrüne Triebspitzen, ist wenig behaart und trägt große robuste Blätter. Die Trauben sind mittelgroß, lockerbeerig, haben eine feste Schale und bestechen durch die dunkelblaue Beerenfarbe. Der Lemberger gilt als mittelfrühe bis spätreifende Sorte. Die Traubenbeeren sind wenig anfällig für Botrytis (Grauschimmel), wodurch eine späte Lese möglich ist. Jedoch sind sie durch den frühen Austrieb der Reben auch spätfrostgefährdet. Daher stellt die Rebe hohe Ansprüche an die Lage und mag es möglichst windgeschützt und angenehm warm. Besonders gut tun ihr tiefgründige, fruchtbare Lößlehmböden.

 

Die Weine des Lembergers haben eine kräftige, dunkle Farbe, die schon ins Schwarzrot geht. Sie sind sehr vielseitig und können sowohl als leichte, fruchtige Tropfen auftreten wie auch als extrakt- und tanninreiche Rotweine, die sich sehr gut lagern lassen. In der Nase ist der Lemberger verhalten bis kräftig und weist Aromen von Brombeere, Pflaume, Stachelbeere, Holunder und Kakao auf, kann aber auch an vegetative Noten von grünem Paprika und grünen Bohnen erinnern. Lemberger war der Lieblingswein des ersten Bundespräsidenten Professor Theodor Heuss, des Fürsten Bismarck und Napoleons - und auch heute erfreut er noch immer unseren Gaumen.

 

Gabi Klein

Pfälzische Weinkönigin