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Montag, 25. September 2017

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Rieslaner

 

Wie der Name es schon erahnen lässt, handelt es sich bei den Eltern des Rieslaner um eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner. Diese weiße Rebsorte wurde 1921 an der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Würzburg von dem Ökonomierat Dr. August Ziegler gekreuzt. Zu Anfang war er noch unter dem Begriff Mainriesling geläufig, was jedoch wegen Verwechslungsgefahr vom Bundessortenamt verworfen wurde.

Im nationalen Bereich zählt der Rieslaner zu den spätreifenden Rebsorten. Er ist hauptsächlich in Franken, der Pfalz und in Rheinhessen beheimatet. Der gelbgrüne Wein hat besonders bei hohen Mostgewichten eine komplexe Fruchtaromatik, angenehme Säure und reichen Extrakt, vergleichbar mit Spitzenweinen eines Elternteils, dem Riesling. Meist sind die Weine des Rieslaners jedoch gehaltvoller und können auch eine spitze Säure aufweisen, die den Wein unreif und ungenießbar erscheinen lässt. Die Aromen des Rieslaners sind sehr fruchtig, so erinnert die „Nase“ an Grapefruit, Maracuja und Rhabarber. Aber auch vegetative Noten wie Heu kann der Rieslaner aufweisen.

Die Trauben dieser Rebsorte sind mittelgroß, dichtbeerig, gelbgrün und besitzen eine feste Beerenhaut. In guten Lagen weist die Rieslanerrebe eine Winterfrostfestigkeit auf, die höher als die des Rieslings ist. Auch sonst ist diese Sorte wenig anfällig, etwa für falschen und echten Mehltau. Lediglich in feuchten Jahren kann es aufgrund der Dichtbeerigkeit zu Rohfäule kommen. Wirklich anfällig ist der Rieslaner nur gegen Stiellähme.

Als süßer Spitzenwein ist der Rieslaner aromenreich, ausdrucksstark, edel und bringt viel Spaß. Besonders zu gereiftem Bergkäse oder edelsüß als Aperitif ist dieser Wein ein wahrer Genuss.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin