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Montag, 25. September 2017

21°C

Eutypiose

 

Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Holzkrankheit, welche mit einer Störung der Zellstruktur bei den Stämmen der Weinreben, Bäumen und Sträuchern einhergeht. Sie wird verursacht durch eine Pilzart namens „Eutypa lata“ (Schlauchpilz).

Diese Krankheit wird auch Holzhartfäule, Tote-Arme-Krankheit oder Dead-arm-disease genannt. Bekannt wurde sie erstmals bei Aprikosenbäumen, die der Hauptwirt von „Eutypa lata“ sind. Im europäischen Weinbau war erstmals 1970 von ihr die Rede.

Bei feuchtem Wetter infiziert der Pilz die Reben vor allem über frische Wunden, wie etwa Rebschnittwunden. Er dringt in die Rebe ein und befällt sowohl abgestorbenes als auch gesundes Gewebe. Bei optimalen klimatischen Bedingungen von 20 bis 26 Grad fangen die Sporen nach zehn bis zwölf Stunden an zu keimen. Es kommt zur Unterbrechung der Saftbahn im Rebstock. Schließlich wird er braun, trocknet aus und stirbt ab.

Die befallenen Reben haben zunächst eine unspezifische Laubverfärbung, die auch durch einen Nährstoffmangel wie Chlorose (Eisenmangel,) hervorgerufen werden kann. Anschließend reduziert die Rebe Jahr für Jahr das Wachstum, bis letztendlich die Traubenbildung ausbleibt. Nach Auftreten der ersten Symptome sterben die Reben innerhalb von drei bis vier Jahren ab. Auf der Oberfläche des abgestorbenen Holzes entwickeln sich dann die Fruchtkörper des Pilzes. Sie bilden Sporen, welche über große Strecken durch den Wind verbreitet werden und besonders bei mehrjährigem, altem Holz für eine epidemieartige Verbreitung dieser Krankheit sorgen.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin