Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Samstag, 21. Oktober 2017

20°C

Chambrieren

 

Der Begriff leitet sich von dem französischen Wort „Chambre“ ab und bedeutet zu deutsch „Zimmer“. Als Chambrieren bezeichnet man das langsame Erwärmen eines Weines von Keller- auf Zimmertemperatur.

Die Bezeichnung stammt aus früheren Zeiten, zu denen in den Kellern der Häuser die Temperatur noch sehr kühl war und die Wohnräume meist nicht mehr als 18 Grad Zimmertemperatur aufwiesen. Es galt somit, den Wein rechtzeitig aus dem Keller zu holen, damit er nicht zu kühl war. Schließlich sollen eine starke Erhitzung und schnelles Erwärmen des Weines vermieden werden, um ihn auf die gewünschte Trinktemperatur zu bringen, die einen großen Einfluss auf die Harmonie eines Weines hat.

Nicht nur die Aromenentwicklung im Glas, sondern auch die Geschmacksentwicklung kann man mit der Temperatur beeinflussen und regulieren. Aufwärmen: Süße, Alkohol, Kohlensäure, Bitterkeit und Aromenentwicklung werden stärker, Säure und Gerbstoffe werden schwächer. Abkühlen: Süße, Alkohol, Kohlensäure, Bitterkeit und Aromenentwicklung werden schwächer, Säure und Gerbstoffe werden stärker.

Wirkt ein Wein beim Trinken unharmonisch, zu alkoholreich oder säuerlich, sollte man versuchen, die Temperatur des Weines zu verändern. Mit etwas Glück und Übung schafft man es, zum Beispiel einen „sauren“ Wein zum Geschmackshighlight zu machen, wenn man ihm etwas Zeit zum Erwärmen gibt.

Zum richtigen Umgang mit Wein gehört auch die Kunst des Chambrierens. Nur so kann die ganze, komplexe Struktur eines Weines richtig wahrgenommen werden. Deshalb sollte man auch darauf achten, einen Wein um etwa ein bis zwei Grad kühler zu servieren. Schon im Glas erwärmt sich ein Wein sehr rasch und kann somit eine ganz andere Gestalt annehmen.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin