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Montag, 25. September 2017

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Messwein

 

Messwein bezeichnet man auch als Altarwein. In christlichen Kirchen feiert man mit ihm das Abendmahl, die Eucharistie.

Da im Mittelalter die Weinpanscherei ein Alltagsthema war, erließ die Kirche eigene Vorschriften, Messweinbestimmungen, anstatt sich auf Qualität durch das weltliche Recht zu verlassen. Heute hingegen entsprechen diese Vorschriften dem uns bekannten weltlichen Recht.

Die Messweine wurden von der Kirche ausgewählt und deren „Messweinlieferanten“ schriftlich vereidigt, damit Reinheit und Qualität gewährleistet werden konnten. Dies geschieht auch heute noch. Allerdings ist die Vereidigung heutzutage keine große offizielle Veranstaltung mehr, sondern nur noch ein kleiner Schriftverkehr. Grundvorschriften der Messweinverordnung: naturrein, aus Weintrauben gewonnen, echt, nicht verdorben, nicht gezuckert und ohne Zusatz anderer „schädigender“ Substanzen soll er sein.

Während Tafelweine für die katholische Messe nicht zugelassen sind, dürfen Qualitätsweine mit AP-Nummer verwendet werden. Generell gilt der Vorzug jedoch den Prädikatsweinen, da diese nicht mit Zucker angereichert werden dürfen und somit als „reiner“ betrachtet werden. Einst verwendete man ausschließlich Rotweine, um damit passender Weise das Blut Christi zu symbolisieren. Erst 1478 wurde zum ersten Mal das Abendmahl mit einem Weißwein zugelassen – durch Papst Sixtus IV. Heute sind Messweine in Mitteleuropa überwiegend weiß. So werden auch Rotweinflecken auf den Altartüchern vermieden.

„Die Wandlung von Wein in das Blut Christi“ kann nach katholischem Verständnis ausschließlich mit Wein erfolgen, während die reformierten Kirchen aus Rücksicht auf Jugendliche und Alkoholkranke auch Traubensaft verwenden.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin