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Montag, 25. September 2017

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Mineralisch

 

Dieses Wort ist ein in den letzten Jahren immer häufiger genutztes Trendwort. Wie das bei solchen Trendbegriffen meistens vorkommt, wird auch die Mineralik häufig unpassend verwendet, doch sollte man sie deswegen nicht gleich verurteilen.

Wie schmecken aber Minerale? Das kann man so konkret nicht beantworten, denn Minerale an sich haben gar keinen Geschmack, beeinflussen aber den der von ihnen eingeschlossenen Substanzen. Um den Begriff zu verstehen, muss man also ein wenig abstrakter denken. Und genau hier findet man dann auch den Spielraum, um den Begriff falsch zu verwenden, ihn zu benutzen, wenn einem gerade nichts anderes einfällt – was ihn zu einer sehr umstrittenen Weinbeschreibung macht.

Doch tatsächlich ist mineralisch nur ein Überbegriff für verschiedene Aromen, die sich im Wein finden können. Gerüche zu erkennen ist schließlich mit Assoziationen verbunden und so kann ein Geruch auch an nassen Kieselstein oder den Geruch in einem Salzbergwerk erinnern. Alle diese steinigen, erdigen Aromen, die eben nicht fruchtig oder blumig sind, kann man als mineralisch bezeichnen, schöner und vor allem auch konkreter ist es allerdings, wenn man das Aroma etwas genauer umschreibt. Denn wie man sich vorstellen kann, sind zum Beispiel Feuerstein und Sommerregen auf einer geteerten Straße zwei völlig unterschiedliche Aromen, die man aber beide als mineralisch bezeichnen kann.

Die Verwendung des Begriffes ist also mit der des Begriffs fruchtig zu vergleichen. Knapp umschrieben kann man einen Wein als fruchtig bezeichnen, doch Apfel und Zitrone sagt mehr aus, beschreibt den Wein viel genauer.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin