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Montag, 25. September 2017

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Trullo

 

In einigen Gemarkungen in Rheinhessen sowie in Bockenheim an der Weinstraße und Bissersheim auf pfälzischem Boden findet man in den Weinbergen kleine runde Häuschen mit einem für Wein-Laien und Nichtpfälzer kurios klingen Namen - die Trulli (Einzahl: der Trullo). In Rheinhessen sind sie weiß verputzt, bei den pfälzischen ist der Naturstein zu sehen. Sie haben einen Durchmesser von nicht mehr als 1,50 Meter und sind ungefähr 2,50 Meter hoch. Das Dach geht bei dem einen Trullo mehr, bei dem anderen weniger spitz zu, doch nicht nur darin unterscheiden sich die einzelnen Trulli. Jeder ist einzigartig und hat seine eigenen Merkmale.

 

Gebaut wurden sie vermutlich nach apulischem Vorbild, denn dort sind Trulli häufiger zu finden, allerdings so groß, dass man darin auch wohnen kann. Die rheinhessischen und pfälzischen Trulli sind die einzigen nördlich der Alpen, um darin zu leben sind sie aber viel zu klein.

 

Einen Hinweis darauf, welche Funktion unsere Trulli einst hatten, geben die Fenster: in drei Himmelsrichtungen befindet sich eines, in der vierten ist die Tür. Man sollte sich allerdings keine richtigen Fenster und Türen vorstellen; es handelt sich lediglich um Aussparungen in der Wand. Diese sind so angelegt, dass man, befindet man sich im Innern des Trullo, keinen toten Winkel beim Blick nach draußen hat. Man kann jeden Wingert im Umfeld wunderbar im Blick halten. Das lässt darauf schließen, dass die Trulli gebaut wurden, um den Weinbergsschützen damals ein trockenes Versteck zu bieten. Heute werden die Trulli dafür nicht mehr gebraucht, doch in der Gemarkung sehen sie einfach toll aus. Faszinierend und geheimnisvoll stehen sie einfach so herum, als markante Hingucker.

 

Patricia Frank, Pfälzische Weinkönigin