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Samstag, 21. Oktober 2017

20°C

Oidium

 

Vermutlich wurde der Pilz schon in den 1840er Jahren aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Zum ersten Mal entdeckt wurde er aber in England von einem Gärtner namens Tucker, dem er seinen lateinischen Namen Oidium tuckerii zu verdanken hat. Die wohl bekanntesten Bezeichnungen der Krankheit sind echter Mehltau oder etwas veraltet auch Äscherich und beziehen sich auf das Krankheitsbild. So sehen die von Oidium befallenen Teile der Rebe aus, als wären sie mit Mehl oder Asche bestäubt. Natürlich handelt es sich bei dem weißen Belag auf der Rebe nicht um Mehl, sondern um Pilzsporen. Der Pilz bevorzugt warme Temperaturen von 20 bis 26 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit von bis zu 95 Prozent. Regen schadet der Verbreitung des Pilzes, da er die Sporen abwäscht. Diese Vorlieben brachten Oidium auch den Namen Schönwetterpilz ein.

Die Pilzhyphen, also die Pilzfäden, die gemeinsam das Myzel bilden, entsenden Saugorgane, die in die Zellen der Pflanze eindringen. Von dort nimmt sich der Pilz seine Nährstoffe. Diese Nährstoffe fehlen dann der Rebe und das führt dazu, dass die befallenen Teile verkümmern. Auch Beeren können befallen werden, diese platzen dann so auf, dass man die Kerne sehen kann. Samenbruch wird diese Erscheinung dann genannt.

Das Besondere an Oidium ist, dass er aus eigener Kraft, also nicht wie Botrytis durch vorhandene Verletzungen, oder wie Peronospora durch Spaltöffnungen, in die Pflanze eindringen kann. So schadet er nicht nur durch sein eigenes Auftreten, er ebnet auch den Weg für andere Pilze, indem er Verletzungen verursacht, durch die diese Sekundärpilze dann eindringen können und meist noch größeren Schaden verursachen.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin