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Montag, 25. September 2017

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Parker

 

In den 70er Jahren entdeckte der ausgebildete Rechtsanwalt eine Marktlücke: Er begann über Wein zu schreiben – und zwar unabhängig. Das war damals eine Seltenheit. Die meisten Weinkritiker waren an den Weinhandel gebunden und somit von Verkaufszahlen abhängig. Parker brachte zunächst ein Magazin heraus, „The Wine Advocat“, von da an begann seine steile Karriere. Heute gilt die Zeitschrift in einigen Ländern als die einflussreichste Weinzeitschrift und als Trendsetter. Doch nicht nur das: Er schrieb bisher elf Bücher, die international angesehen sind und zu Bestsellern wurden.

In diesen Büchern bewertet der Anwalt und Autor Weine nach dem von ihm entwickelten 100-Punkte-Schema. Das Prinzip ist ganz einfach: Jeder Wein erhält zunächst 50 Punkte, die übrig bleibenden 50 Punkte werden dem Wein je nach Qualität vergeben und zu den ersten 50 Punkten dazugerechnet. Die Gesamtpunktzahl ergibt das Ergebnis und stellt die Bewertung des Weines dar. Von schlecht über durchschnittlich, sehr gut bis außerordentlich ist die Skala von 50 bis 100 Punkten aufgeteilt.

Natürlich bleibt auch ein Robert Parker nicht ohne Kritik. Es drängt sich die Frage auf, weshalb ein Wein allein auf Grund der Tatsache, dass er ein Wein ist, schon 50 Punkte geschenkt bekommt. Die wirkliche Bewertungsspanne sind nämlich nur 50 Punkte. Am Schema selbst bleibt das der einzige Kritikpunkt, mit ihm lässt sich ein Wein sehr präzise und trotzdem schnell bewerten.

Eine Gefahr besteht allerdings darin, dass Parker die Weine alleine bewertet. Auch, wenn er seine Aufgabe ernst nimmt, bleibt die Bewertung subjektiv und hat trotzdem, vor allem im Bordeaux, einen unglaublich großen Einfluss auf die Preisbildung.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin