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Dienstag, 19. September 2017

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Strohwein

 

In Deutschland ist es leider nicht zugelassen, diese Art von Wein zu bereiten. Das hält uns jedoch nicht davon ab, den Strohwein zu genießen. Schließlich schadet es nicht, wenn man mal ein wenig über seinen Tellerrand hinausschaut.

Schon seit der Antike wird Strohwein hergestellt, jedoch nicht überall nach dem gleichen Verfahren. Das Prinzip ist einfach: Nach der Lese der sehr reifen Trauben werden diese einige Zeit, manchmal mehrere Monate, auf Strohmatten gelagert. Daher auch der Name. Eine Abweichung ist hier zum Beispiel, dass die Trauben, vor allem in Österreich, auch auf Schilf getrocknet werden. So wird der Strohwein dort auch gerne Schilfwein genannt.

Dieses Betten auf Stroh ermöglicht eine Lufttrocknung der Trauben, das Wasser wird ihnen entzogen und die restlichen Inhaltsstoffe stark konzentriert. So entstehen sehr dichte Weine. Wenn diese trocken ausgebaut werden, können sie einen Alkoholgehalt von zum Teil über 14 Volumenprozent erreichen. Diese trockenen Vertreter des Strohweins schmecken dann leicht bitter, süß ausgebaut überraschen sie mit einer frischen Art und einer spürbaren und aufweckenden Säure.

Es gibt einige bekannte Weine, die nach diesem Prinzip hergestellt werden. Die bekanntesten sind wohl der Samos aus Griechenland und der Amarone aus Italien. In Österreich ist der Strohwein sehr stark vertreten, dort gilt die Bezeichnung sogar als Prädikat und reiht sich somit zwischen Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein ein. Unter dem Namen vin de paille kann man den Strohwein auch in Frankreich finden. Es gibt also genügend Möglichkeiten, die Welt des Strohweines auszuprobieren. Gehen Sie es an!

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin