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Mittwoch, 20. September 2017

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Bocksbeutel

 

Schon seitdem die Menschheit ihre Getränke in Flaschen füllt, gibt es wohl diese markante Flaschenform mit ihrem abgeflachten Bauch und dem kurzen Hals. Und sie hatte durchaus Vorteile: So wirkte sie, etwa bei Pilgern am Gürtel befestigt, weniger störend als eine normal geformte. Auch rollte sie nicht so schnell weg, wenn sie sich mal im Kampf vom Gürtel löste. Der Bocksbeutel hat einen starken Wiedererkennungswert. Hat man einmal einen Wein aus solch einer Flasche getrunken, bringt man diese immer wieder mit einem hochwertigen Frankenwein in Verbindung. 1782 wurde in Würzburg festgelegt, dass nur die besten Weine des Bürgerspitals in den Bocksbeutel gefüllt werden dürfen, seitdem hat er sich in Franken etabliert und bis heute müssen Weine eine hohe Qualität aufweisen, um in diese Flasche gefüllt zu werden. Das Monopol auf diese Flaschenform konnte Franken allerdings nicht erringen, auch wenn die dortigen Winzer es versucht haben. Im Europäischen Recht ist es so geregelt, dass Wein außer in Franken auch beispielsweise noch in Teilen Badens und Portugals in Bocksbeutel gefüllt werden darf. Dort, wo es schon eine lange Bocksbeuteltradition gibt.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin