Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Montag, 25. September 2017

21°C

Frühburgunder (blauer)

 

Der Frühburgunder ist eine eigenständige Rebsorte, die vermutlich durch natürliche Mutation aus dem Spätburgunder (Pinot Noir) entstand. Die Rebsorte zählt zu den ältesten Kulturreben und kam über das Rhônetal in unsere Anbaugebiete. In den 60er Jahren wurde die vom Aussterben bedrohte Burgunderrebe aus dem Register der zugelassenen Rebsorten gestrichen. Nur der rheinhessische Winzer Julius Wasem (Ingelheim) blieb dem Frühburgunder treu. Er ließ sich als Erhaltungszüchter eintragen und hat somit die durchaus wertvolle Rebsorte gerettet. Aktuell sind wieder etwa 250 Hektar Rebfläche bestockt. Vor allem an der Ahr, in Rheinhessen, Pfalz und Württemberg wird der Frühburgunder angebaut.

Sein Name bezieht sich auf die frühe Reife im August. Die Rebsorte wird gerne als Diva mit Sonderwünschen bezeichnet. Während der Blütezeit neigt die Rebe dazu, viele Fruchtansätze zu verlieren, was in der Regel ein geringeres Ertragsniveau zur Folge hat. Die Mostgewichte sind allerdings in der Regel höher als beim Spätburgunder. Die Rotweine sind zumeist rubin- bis granatrot mit deutlicher Dichte. Das eigentliche Plus des Frühburgunders aber sind die üppigen Beerenaromen, die an überreife Sauerkirschen, eingelegte Pflaumen, Rumfrüchte oder oft an Rauch erinnern. Die extraktreichen, gerbstoffbetonten und sehr gehaltvollen Weine sind im Geschmack cremig und samtig. Ausgestattet mit einer meist angenehmen Säure und Würze verfügt der Rotwein in der Regel über eine gute Lagerfähigkeit.

 

Julia Becker

 

Pfälzische Weinkönigin