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Montag, 25. September 2017

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Rüttelpult

 

Das Rüttelpult wird bei der Versektung nach dem klassischem Verfahren – der sogenannten „Traditionellen Flaschengärung“ verwendet. Entwickelt wurde es im Rahmen des heute noch gebräuchlichen Handrüttelverfahrens von Barbe-Nicole Clicquot (1777-1866) zur Klärung des Rohsektes von den Gärungsrückständen. Sie war die erste Frau überhaupt, die ein Champagnerhaus leitete und wurde häufig als die „Grande Dame de Champagne“ (die große Dame des Champagners) beziehungsweise „Veuve Clicquot“ (Witwe Clicquot) bezeichnet.

Rüttelpulte sind hölzerne Vorrichtungen, die aus zwei zueinander geneigten, durch Scharniere verbundene Tafeln mit Löchern bestehen, in das die Sektflaschen zunächst nahezu waagerecht „aufgesteckt“ werden. Über mehrere Wochen werden die Flaschen täglich einmal (auf)gerüttelt und dabei um einen vorbestimmten Winkel gedreht. Aus der anfangs waagerechten Lagerung der Flaschen werden diese allmählich bei dem täglichen Rütteln in eine senkrechte Stellung übergeführt. Zweck der Rütteltechnik ist es, die nach der Gärung sich an der Flaschenwand in breiter Fläche absetzende Hefe durch geeignete, wohldurchdachte Rüttel-, Dreh- und Stoßfolgen einzuengen, in schmalen Streifen schraubenförmig in Richtung Flaschenhals zu bringen und schließlich auf dem Verschluss zu sammeln. Nach dem Rütteln werden die kristallklaren Flaschen, ohne ihre Steillage zu verändern, auf Spitzstöße „abgesteckt“. Der Rohsekt kann fertiggerüttelt gelagert werden, bis er entheft (= degorgiert) wird. Beim Degorgieren (Enthefen) wird der entstandene Hefepfropfen entfernt, ohne dass der Sekt die Flasche verlässt.

Ein guter Rüttler (= Remueur) bewegt nach den am Flaschenboden markierten Rüttelzeichen im Durchschnitt bis zu 30.000 Flaschen am Tag. Die Pfälzer Winzersekte gehören zum Besten, was aus einer Traube werden kann. Sie spiegeln die perlende Eleganz der Pfalz wieder.

 

Julia Becker

 

Pfälzische Weinkönigin