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Donnerstag, 21. September 2017

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Württemberg

 

„Stuttgart ist die Landeshauptstadt von Baden-… A) Würtenberg B) Württenberg C) Würtemberg oder D) Württemberg?“ lautete eine 500-Euro-Frage bei der Quiz-Sendung „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch. Dass die damals zu zweit spielenden Kandidaten erst mal einen Joker aufwenden mussten, um dann die Frage mit gerunzelter Stirn zu beantworten, ist Beweis genug, dass es auf diesem Gebiet noch Aufklärungsbedarf gibt. Die Württemberger verstehen sich selbst als Rotweintrinker und so werden sie von der ganzen Welt auch gesehen – als „Trollingerschlotzer“, wie man in Württemberg so lautmalerisch sagt.

Wein wird hier vor allem im Neckartal und an den angrenzenden Hügeln erzeugt. Die Ausläufer des rund 11.300 Hektar großen Anbaugebiets reichen im Nordosten bis ins Taubertal und im Süden bis nach Tübingen und Reutlingen, mit einer kleinen Insel am Bodensee. Dem kühlen und kontinentalen Klima wirken einzig die Flüsse der Region mäßigend entgegen. Dementsprechend können auch die Schwaben den Riesling nicht leugnen, der mit dem Trollinger die Spitze des Rebsortenspiegels bestimmt.

Interessant auch: Der Lemberger, eine weitere wichtige Württemberger Rebsorte, wird in Österreich „Blaufränkisch“ genannt. Der Trollinger wiederum ist in seiner Heimatregion Südtirol wenig klangvoll aber präzise als „Vernatsch“ bekannt.

Lange Zeit schienen die zwar gefälligen und süffigen, selten aber wirklich interessanten Rotweine Württembergs Schicksal zu sein. Doch das ist längst vorbei. Intensive Rote von internationalem Niveau bestimmen das Charakterbild der Württemberger Weine. Und von so manchem Lemberger-Solo kann man einfach nur ins Schwärmen kommen.

 

Susanne Winterling

 

Deutsche Weinprinzessin