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Montag, 25. September 2017

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Kirchenfenster

 

Kirchenfenster ist eine Bezeichnung für den Flüssigkeits-Film (Wein) an der Innenseite eines Wein-Glases, der sich beim kreisförmigen Schwenken des Weines im Glas bilden kann.

Durch das Schwenken beginnt sich der Film am oberen Glasrand zu verdicken und zieht sich zu zähflüssigen, tränenähnlichen Tropfen zusammen, die langsam wieder zum Boden des Glases zurück laufen. Dabei bilden sich am Innenrand kräftige, helle, fast klare Schlieren, die an alte, wunderschöne Kirchenfenster erinnern. Manchmal werden die Kirchenfenster auch Tränen oder Beinchen genannt.

Entscheidend für das Phänomen beim Wein ist das Gemisch aus Wasser und Alkohol. Weine mit wenig Alkohol bilden wenig oder keine Kirchenfenster. Dabei spielt das Glyzerin, das während der Gärung als alkoholisches Nebenprodukt entsteht, eine wichtige Rolle. Als eine von mehreren Alkoholsorten zählt Glyzerin zu den wichtigsten Inhaltsstoffen im Wein. Es schmeckt süß und trägt entscheidend zum vollmundigen Geschmack beziehungsweise Körper am Gaumen bei. Auch die ölige Dickflüssigkeit mancher Auslesen geht unter anderem auf einen hohen Glyzeringehalt zurück. Somit wirkt Glyzerin in der Bildung der schönen „Kirchenfenster“ im Weinglas mit. Daher lassen Kirchenfenster sich am ehesten bei besonders edlen, schweren und süßen Weinen wie zum Beispiel den Auslesen, insbesondere bei Beerenauslesen, entdecken. Je spitziger und schmaler die Kirchenfenster ausfallen, desto höher ist der Glyzeringehalt.

 

Julia Becker

 

Pfälzische Weinkönigin