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Samstag, 21. Oktober 2017

20°C

Sonnenbrand

 

Jeder kennt die Auswirkungen, welche zu lange und intensive Sonneneinstrahlung auf der Haut hinterlässt. Aber worum geht es beim Sonnenbrand im Weinbaubereich? Warum sind seine Spuren gerade 2007 so oft im Weinberg zu sehen?

Die Entstehung von Sonnenbrand hängt von mehreren Faktoren ab und 2007 kann man in dieser Hinsicht von "optimalen" Bedingungen sprechen. Die Blätter der Rebe steuern die Wasserabgabe über Spaltöffnungen. Ihr Schließmechanismus wird dabei durch Licht reguliert.

ei den Beeren ist das anders. Durch die wachsartige Schicht, die Cuticula, betreiben sie die Wasserabgabe. Beeinflusst wird dies nicht durch Licht, sondern vielmehr durch Temperatur und Luftfeuchtigkeit. So kann es passieren, dass die Außentemperatur um einige Grade niedriger ist als die der Beere.

Bei warmer, gleichzeitig trockener Luft, das heißt geringer Luftfeuchte, wird die Cuticula animiert, Wasser abzugeben. Dabei verändert sich die Wachsstruktur, die Durchlässigkeit steigt, extremer Wasserverlust der Beere ist die Folge. Gerade bei gut wassergesättigtem Boden, welcher eigentlich eine optimale Versorgung garantiert, ist dann die Gefahr groß, dass die Wasserfäden zur Beere hin abreißen. Dann können ganze Traubenranken eintrocknen.

Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass die Wachsbildung der Beere bei gut mit Wasser versorgten Reben geringer ist. Im Gegensatz zum Menschen ist es also nicht die UV-Strahlung, welche den Sonnenbrand verursacht. Der Winzer hat nach diesem Jahr vielleicht beides zur Genüge, wobei der Ertragsverlust durch Sonnenbrand der Beeren noch der länger anhaltende Schmerz sein wird.

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin