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Montag, 25. September 2017

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Liebfrau(en)milch

 

Ist sie vielleicht besser als ihr Ruf? Was war der Ursprung und wo steht sie heute?

In Worms gab es (es gibt sie heute noch) die Liebfrauenkirche mit einem kleinen Weinbergsareal. Eine Legende sagt: „Es durften nur die Trauben verwendet werden, die im Schatten der Liebfrauenkirche wuchsen.“ Zunehmend wurde das Anbaugebiet, aus dem die Liebfraumilch stammt, geographisch „erweitert“ und die Preise fielen drastisch – und mit ihnen auch das Image dieses Weines.

Doch was ist Liebenfraumilch wirklich? Nach EG-Recht ist Liebfraumilch EU-weit geschützt und muss aus den Anbaugebieten Rheinhessen, Pfalz, Rheingau oder Nahe kommen. Die Regelung besagt, dass der deutsche Qualitätswein lieblich sein muss, mit mindestens 18 Gramm Restzucker pro Liter. Die Traubensorten stammen zu 70 Prozent aus Riesling, Kerner, Silvaner und/oder Müller-Thurgau, dürfen jedoch nicht auf dem Etikett genannt werden.

Auch branchenintern hat man den Wein bei Verkostungen geprüft und erklärt, dass Liebfraumilch vielmehr ein Image- als ein Qualitätsproblem hat. Man hatte Liebfraumilch speziell für den ausländischen Markt kreiert, damit man die Weinfreunde auf dem lieblichen Weg an den Wein heran führen konnte. Immerhin macht der Liebfraumilch-Anteil noch etwa 25 Prozent des aus Deutschland exportierten Weins aus, der größtenteils nach Großbritannien und USA geht.

Liebfraumilch wurde einst im schwedischen Königshaus getrunken und der englische Dichter Charles Dickens war davon begeistert. Liebfraumilch war in allen Kontinenten bekannt und beliebt. Aber der Geschmack kann sich ändern und die Bedeutung der Liebfraumilch nimmt ab. Doch wir haben zunehmend Erfolg mit unseren feinfruchtigen und trockenen (Riesling)-Weinen und können so die Welt mit neuen Geschmacksvarianten begeistern.

 

Katja Schweder

 

Deutsche Weinkönigin