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Samstag, 21. Oktober 2017

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Autochthone Rebsorten

 

Autochthone („bodenständige“, „eingeborene“, „alteingesessene“) Rebsorten sind nicht gleich alte Reben sondern gebietsheimische Rebsorten, die im jeweiligen Weinanbaugebiet ansässig sind und nicht aus einer anderen Region „importiert“ wurden, das heißt, in Australien etwa gibt es diese Rebsorten nicht, denn alle dortigen Reben wurden von Einwandern mitgebracht.

 

In Europa hat unser Kulturgut Wein eine lange und alte Geschichte, die mit einer Vielzahl an Sorten schon damals überzeugte. Im Mittelalter entschieden die Landesherren, welche Sorten sie haben wollten und welche nicht. Unerwünschte Rebsorten wie Harthengst, Hudler oder Putscheer gibt es daher heute nicht mehr. Überlebt haben natürlich allen voran der Riesling. Während die deutschen Anbaugebiete teilweise für sich selbst entschieden haben, welche autochthonen Rebsorten sie pflanzen wollten, haben sich eigene Typizitäten entwickelt.

 

Der Elbling steht heute noch stolz an der Mosel. Der Ruländer /Grauer Burgunder (von dem Pfälzer Apotheker Ruland in Speyer im Garten wild wachsend entdeckt) ist hauptsächlich in Baden zu finden. Direkt daneben in Württemberg hat der Trollinger und auch der Lemberger überlebt – als Sinnbild für die Schwaben. Den Silvaner kennen viele, aber für Franken und Rheinhessen ist er heilig. Wir Pfälzer wiederum haben uns besonders um den Gewürztraminer und Muskateller gekümmert.

 

Wie der Klimawandel weiter sein Unwesen treibt, kann man noch nicht genau vorhersehen. Wir sind auch offen für Neues, aber hoffentlich verschwinden unsere autochthone Rebsorten nicht!

 

Katja Schweder

 

Deutsche Weinkönigin