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Samstag, 21. Oktober 2017

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Rebschnitt

 

Etwa vier Wochen nach dem Blattfall kann am Rebstock mit dem Rebschnitt begonnen werden. Dann herrscht Winterruhe und alle für den Austrieb wichtigen Mineralien sind im verbleibenden Holz eingelagert.

Der Rebstock besteht aus dem Stamm, einer auf den unteren Drähten angebundene Bogrebe und den daraus im letzten Jahr senkrecht nach oben gewachsenen Trieben. An diesen sind deutlich die Augen zu erkennen, aus denen im Mai neue Triebe sprießen werden. Nur die, die dann im Frühjahr austreiben, werden auch Früchte tragen. Wenn alles gut geht, zwei bis drei Trauben-„Henkel“ pro Trieb.

Es sind, je nach Stockabstand und Zeilenbreite, nur etwa zwölf neue Triebe nötig, um einen ausreichenden Ertrag für das neue Weinjahr zu sichern. Der Winzer schneidet daher die alte Bogrebe ab und belässt in Stammnähe einen Trieb aus dem letzten Jahr, den er in der Länge auf etwa zwölf Augen einkürzt und als neue Bogrebe anbindet. Die Zahl der Augen variiert je nach Rebsorte und angestrebtem Ertrag. Das restliche Holz wird entfernt und kleingehäckselt. Unter den Rebstöcken gibt es aber, wie überall, Faulenzer, die aus bestimmten Gründen wenige Trauben trugen und dabei dick und fett im Holz geworden sind. Sie muss der Winzer stärker anschneiden, also mehr Augen stehen lassen, um ihnen wieder etwas Dampf zu machen. Kranke und kümmernde Reben dürfen im neuen Jahr nur wenige Trauben tragen, damit sie sich wieder erholen können. Der Winzer versucht beim Rebschnitt ein Team aus seinen schwachen, starken und guten Reben zu bilden, damit etwa 5000 Rebstöcke je Hektar auf dem Feld stehen, die für den nächsten Herbst ihr Optimum geben können.

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin