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Montag, 25. September 2017

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Drieschen

 

Drieschen sind verwahrloste Rebflächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden.

Wenn man direkt vor einer Driesche steht, kann man oft schon nicht mehr erkennen, ob hier einmal Wein angebaut wurde. Das Unkraut kann meterhoch stehen und so manches Brombeer- und Distelgestrüpp versperrt den Blick auf die noch immer vorhandenen Weintrauben. Besonders in den Steillagen finden sich Drieschen immer wieder und stellen ein großes wirtschaftliches Problem dar.

Wer glaubt, der Winzer würde der Natur ein Stück Land zurückgeben, der irrt. Drieschen sind Krankheitsherde mit fatalen Folgen: Schädlinge und Pilzkrankheiten können durch die fehlende Rebstockpflege wuchern und der Wind kann diese in gesunde Weinberge tragen. Daher sollten alle aufgegebenen Rebflächen gerodet werden, damit Reblaus und Schwarzfäule keine Chance haben.

Was sich so einfach anhört, ist leider sehr zeit- und kostenintensiv. Sogar die EU ist eingesprungen und unterstützt diese Maßnahmen mit Fördergeldern. Aber eine Bedingung lautet, dass finanziell geförderte Rodungsflächen nie mehr mit Weinreben bestockt werden dürfen. Ein hartes Los, bei dem viele Winzer dankend ablehnen.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, eine Ziegenherde in die Driesche zu schicken, die das Unkraut auffrisst und anschließend so manche Arbeit erleichtert. Somit könnte man Natur, Tiere und Menschen zufrieden stellen, und die Winzer mit ihren gesunden Rebflächen wären vor Schädlingen geschützt.

 

Katja Schweder

 

Deutsche Weinkönigin