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Montag, 25. September 2017

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Mußbacher Manifest

 

Im Dezember 2005 machte die Europäische Union den Weg frei für die Einfuhr „fraktionierter“ Weine sowie für solche, die mit Eichenchips behandelt oder mit Wasser verdünnt werden. Dieser Beschluss war Auslöser für viele Winzer, Partei zu ergreifen, um auf eine offensichtliche Problematik aufmerksam zu machen.

 

In der Mußbacher Eselsburg wurde von zehn Vertretern der Weinbranche ein Manifest unterschrieben. Viele andere aus Europa und der ganzen Welt schlossen sich dieser Initiative an. Sie alle vertreten die Auffassung, dass die von den USA praktizierten Techniken nicht mit dem Naturprodukt Wein zu vereinbaren sind. Ihre Message lautet: Handwerk statt Massenfabrikation! Das Kulturgut Wein soll vom Rebstock bis zum Trinkgenuss in seiner Natürlichkeit erhalten werden. Die Herkunftsregion, der Boden jeder einzelnen Lage, das Wetter des Jahrgangs, die individuelle Persönlichkeit der Winzerin oder des Winzers ist Spiegelbild eines jeden Weines und dessen Authentizität. Jeglicher Eingriff in das innere Gefüge des Weines, wie zum Beispiel das Fraktionieren, sind nach Meinung dieser Winzer ein Vortäuschen von Qualität im Wein, welche die Trauben nie besaßen.

Dieses Manifest soll also als ein offensives Appellieren an alle Winzer der EU, aber auch an den Verbraucher verstanden werden. Ob der Ort Mussbach unweit des Hambacher Schlosses mit Absicht gewählt wurde, um diese revolutionäre Bewegung ins Leben zu rufen, ist nur eine Vermutung...

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin