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Mittwoch, 18. Oktober 2017

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Koscherwein

 

Alles was gemäß der „Halacha“ (religiöses Gesetz für den jüdischen Lebenswandel) hergestellt oder zubereitet wurde, bezeichnet man als „koscher“.

Beim koscheren Wein wird die gesamte Bereitung von der Weinlese bis zur Abfüllung, die sehr strengen Vorschriften unterliegt, von einem Rabbi überwacht. Die Trauben dürfen erst vier Jahre nach der Pflanzung erstmals gekeltert werden. Zwei Monate vor der Ernte darf organisch nicht mehr gedüngt werden (etwa mit Torf oder Baumrinden).

 

In den Weinbergen dürfen keine Obstbäume oder Gemüsefelder stehen und auch nicht angrenzen. Alle technischen Geräte wie Tanks, Schläuche, Pumpen sowie Erntegeräte werden unter rabbinischer Aufsicht genau gesäubert und dürfen nur von strenggläubigen Juden, die den Sabbat einhalten, benutzt werden.

 

Alle Wein-Behandlungsmittel und Korken müssen aus Israel stammen. Durch eine Spontangärung (mit Hefe, die sich in den Trauben befindet) wird der Most in Wein umgewandelt. Die Filtration des Weins erfolgt ausschließlich durch Papierfilter. Die Weinflaschen dürfen nur einmal gefüllt werden. Ein Prozent des Weines ist zugunsten der Armen abzugeben.

 

Im 7. Jahr, dem Sabbatjahr, werden die Trauben nicht geerntet oder an einen „Nichtgläubigen“ verkauft. Der Koscherwein kann aus jeder Traube und in jeder Weingegend der Welt hergestellt werden.

 

Im Judentum ist der Wein-Genuss seit jeher etwas Besonderes, wozu es Beispiele im Alten Testament gibt. Der Unterschied zum „normalen“ Wein ist, dass er den jüdischen Speisevorschriften unterliegt.

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006