Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Montag, 25. September 2017

21°C

Eiswein

 

Eiswein ist ein besonders hochwertiger Wein. Für seine Herstellung werden die möglichst gesunden Trauben bis zum Frosteintritt am Rebstock belassen, da die gewünschte Steigerung des Mostgewichts auf über 120 Grad Öchsle (Mindestmostgewicht) nur bei starkem Frost möglich ist. Voraussetzung ist eine länger als fünf Stunden anhaltende Außentemperatur von mindestens minus sieben Grad oder kälter. Dazu kommt, dass die Lese in den frühen Morgenstunden bei Kälte und Dunkelheit (damit die Trauben nicht auftauen ) sowie größtenteils per Handarbeit erfolgen muss.

Beim Pressen wird aus den gefrorenen Trauben der konzentrierte Traubensaft mit allen extrakt- und zuckerreichen Inhaltsstoffen gewonnen. Dieser Vorgang verläuft sehr langsam und kann mehrere Stunden dauern. Der süße Most mit den Extraktstoffen hat einen tieferen Gefrierpunkt als Wasser. Nur dieses Mostkonzentrat läuft ab und soll vergären die Eiskristalle oder das Eis bleiben zurück und werden mit dem Trester ausgeschieden.

Beim Abpressen auf der Kelter muss ständig kontrolliert werden, wie sich das Mostgewicht (der Zuckergehalt) verändert. Die Herstellung von Eiswein ist äußerst aufwändig und risikoreich, das Ergebnis nicht planbar. Außerdem beträgt die Erntemenge den Bruchteil eines herkömmlichen Weines, was die relativ hohen Preise erklärt. Charakteristisch für Eiswein ist die Verbindung von konzentrierter Süße und hoher Säure, die in den Aromen oft an Karamell- und Honignoten erinnert. Besonders erfolgreich mit Eiswein sind Pfälzer Winzer bei internationalen Wettbewerben.

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006