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Montag, 25. September 2017

21°C

Edelfäule

 

Bei warmer und feuchter Herbstwitterung können die Trauben vom Pilz der Edelfäule (auch Botrytis genannt) befallen werden. Dieser lässt die Zellen der Beerenhaut absterben. Dadurch wird die Verdunstung von Wasser gefördert und der Traubensaft konzentriert.

Der Pilz der Edelfäule ernährt sich hauptsächlich von Stickstoffverbindungen, Mineralstoffen, Zucker und Säure. Da er relativ mehr Säure als Zucker verzehrt, steigt vergleichsweise das Mostgewicht stärker als der Gehalt der Säure. Werden die Trauben in fortgeschrittenem Reifestadium befallen, so ist dieser Pilz genial. Für die Erzeugung von Beerenauslese oder sogar Trockenbeerenauslese geht es nicht ohne Botrytis! Denn durch sie entstehen Rosinen von großer Klasse! Hauptsächlich dem Riesling bekommt dieser Pilz gut. Seine Aromen werden durch die spezielle Konzentration der Traubeninhaltsstoffe noch mehr hervorgehoben. Bei den Bukettsorten ist das Gegenteil der Fall. Auch bei Rotweinsorten ist er nicht erwünscht, denn die Farbstoffe in der Beerenschale werden durch ihn zerstört.

Im Herbst 2006 war es eine Seltenheit, eine Traube zu finden, welche den reinen Befall der Edelfäulnis aufweisen konnte. Hierfür war die Witterung zur falschen Zeit einfach zu nass. Aber wer weiß, vielleicht begegnet Ihnen im nächsten Herbst eine Botrytis-Traube. Scheuen Sie sich nicht dann einfach mal eine der bemerkenswertesten Rosinen zu kosten!

 

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin 2006/2007