Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Donnerstag, 21. September 2017

16°C

Amphore

 

Der am weitesten verbreitete Behälter für Wein war in der Antike die Amphore. Dabei handelt es sich um ein Tongefäß mit zwei Henkeln. Das untere Ende lief manchmal spitz zu oder hatte die Form eines Knaufs, in keinem Fall aber war es flach. Ihre Größe war unterschiedlich: Griechische Amphoren fassten etwa vierzig Liter, römische ungefähr 26 Liter.

Das Wort Amphore ist griechisch und besagt, dass das Gefäß dazu gedacht war, von zwei Männern getragen zu werden. Eine einwandfrei versiegelte Amphore war ebenso luftdicht wie eine Flasche und so hielt sich in ihr ein guter Wein über sehr lange Zeit hinweg in bestem Zustand. Ohne die Amphore wäre der antiken Welt die Herrlichkeit eines reifen Weines sicher verborgen geblieben.

Für die Archäologie hat die Amphore einzigartigen Wert, weil sie die Rekonstruktion der alten Handelswege ermöglicht. Nach dem Jahr 250 nach Christus werden die archäologischen Nachweise für den Weinversand über See immer seltener.

Erst vor kurzem wurde erkannt, dass der Grund hierfür in der Einführung von unzerbrechlichen, also langlebigen und leichteren Holzfässern zu suchen war. So wurde die Amphore als Beförderungsgefäß für Wein im dritten Jahrhundert nach Christus vom Fass verdrängt. Die Römer erkannten sofort die Vorteile der widerstandsfähigen und rollbaren Fässer gegenüber den unhandlichen, zerbrechlichen Amphoren, vor allem im kühleren und feuchteren Klima des Nordens. Der einzige Vorzug der Amphore war die Luftdichtigkeit. Holz "atmet", deswegen kann der Wein im Fass nicht jahrelang bis zur Reife ruhen.

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin