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Montag, 25. September 2017

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Eichenholzchips

 

Holz in Wein oder Wein in Holz? Die Zugabe von Eichenholzchips zum Wein ist ein modernes oenologisches Verfahren, welches ähnliche Veränderungen der sensorischen Eigenschaften im Wein bewirken soll wie der Ausbau im Barrique (kleines Eichenholzfass).

Die Chips sind kleine Holzstücke aus Eiche, die als Reste bei der Fassherstellung anfallen. Sie sind mindestens zwei Millimeter groß, dürfen keine gesundheitsschädlichen Substanzen absondern, auf keinen Fall aromatisiert werden und müssen naturbelassen sowie unbehandelt sein. Sie haben einen entscheidenden Vorteil – sie sind bei der Herstellung gegenüber in Barrique ausgebauten Weinen weniger aufwändig und kostengünstiger. Im Vergleich: Ein Barriquefass kostet im Schnitt 600 Euro und dient etwa 1000 Litern als „Aromenlieferant“ (bei drei bis vierfacher Belegung). Rund ein bis drei Kilogramm Chips reichen bei gleicher Weinmenge – Kostenfaktor rund 20 Euro.

Mitunter beschleunigen die Eichenholzchips die Reifeentwicklung der Weine. Sie stabilisieren die Farbintensität, optimieren Aromen, verbessern die Tanninstruktur und kaschieren bittere Gerbstoffkomponenten. Außerdem schonen die Chips den Bestand des nur langsam nachwachsenden Rohstoffes Eichenholz. Seit Oktober 2006 dürfen Chips in der EU dem Wein zugesetzt werden, seit 2009 auch der Maische und dem Most.

Ein Wein der mit Chips ausgebaut wurde, darf nicht als „Barrique“ bezeichnet werden. Anhand des Geschmacks lassen sich „gechipte“ Weine fast nur im Direktvergleich von solchen aus dem Barrique unterscheiden. Selbst Fachleute erkennen sie nicht immer auf Anhieb. Letztlich entscheidet aber der Verbraucher über Erfolg und Akzeptanz dieses Verfahrens.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin