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Mittwoch, 18. Oktober 2017

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Weinbergschütze

 

Ein Weinbergschütze (auch Wengertschütz, Weinberghüter oder Wengerter), ist ein Helfer des Weinbauern, der mit einer Ratsche, Peitsche oder Schreckschusspistole den Weinberg beschützt.

Erste Erwähnungen eines Weinbergschützen finden sich in der österreichischen Weinbauordnung von 1352, die detaillierte Vorschriften und strenge Strafen vorsah. Bereits der, der nur drei Weintrauben stahl, war ein „schädlicher Mann“.

Wenn im Herbst draußen im Weinberg die Trauben heranreiften, wurden Weinbergschützen angestellt. Für arme Leute, die keinen eigenen Wein hatten, ein begehrter Posten, weil sie sich dabei ihren Haustrunk verdienen konnten. Rechtschaffende Männer wurden somit mit der Weinbergwache beauftragt, wodurch sie hohes Ansehen genossen.

Die Aufgabe des Weinbergschützen war es, Traubendiebstähle zu verhindern, gefräßige Stare oder andere Tiere, wie Dachse, zu vertreiben und vorzeitige Lesen zu verhindern. Dazu erzeugte der Weinbergschütze stetig Geräusche, um die Tiere zu vertreiben. Kleidung und Ausrüstung des Weinbergschützen waren neben der Schrotflinte nur selten auffallend.

Während früher die Trauben mit Holzrätschen bewacht wurden, sind es heute zunehmend Pistolenschüsse, mit denen die Tiere vertrieben werden. Für das Tragen der Waffe und das Abschießen der Platzpatronen erhält der Weinbergschütze eine spezielle Berechtigung des Bürgermeisters. Sonst ist ein „kleiner Waffenschein“ erforderlich.

Heute kommen für die Vertreibung automatisierte Dauerbeschallung, Netze und andere Methoden zum Einsatz. Weinberghüter tragen teilweise nur noch zu Repräsentationszwecken den Namen und ihre Rätschen sind bei Festen und Umzügen im Einsatz.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin