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Montag, 25. September 2017

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Trollschoppen

 

Der Trollschoppen ist ein wichtiges Wahrzeichen der Pfälzer. Er verkörpert Gastfreundschaft, Geselligkeit und den großen Durst. Der Schoppen ist in vielen Bereichen von Deutschland mit einem Inhalt von 0,2 Liter bekannt, aber nur in der Pfalz mit 0,5 Liter. Man vermutet, dass dieses Maß aus der Zeit der Bayern in der Pfalz stammt. Das Pfälzer Schoppenglas hat entweder eine zylindrische Form mit glatten Außenwänden oder die Form eines umgekehrten Kegelstumpfes mit kreisförmigen Vertiefungen, das dann „Dubbeglas“ genannt wird.

Hierzulande ist es Brauch, dass man den Trollschoppen gemeinsam aus einem Glas trinkt und dies dann reihum durch die Runde „trollen“ lässt. Für einige bedeutet Trollschoppen aber auch der letzte Schoppen in der Runde, bevor man sich nach Hause trollt. Der Vorteil am „gemeinsamen Trinken“ ist, dass man so weißen oder Rosé-Wein kalt genießen kann und er nicht warm wird...

Die sogenannte Pfälzer Friedenspfeife, ein anderer Name für den Trollschoppen, ist aus der Pfalz nicht wegzudenken: Man kann dies besonders auf den Weinfesten feststellen. Die Tradition stammt vermutlich aus dem Mittelalter: Der Hausherr oder derjenige, der den Schoppen bezahlt, trinkt ihn zuerst an und reicht ihn danach in die Runde weiter. Somit sehen die anderen, dass der Trunk nicht vergiftet ist. Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit: „Es darf nie nach dem Schoppen gegriffen werden, sondern er wird stets überreicht.“ So kann man einer Person in einem Kreis ohne Streit und Worte höflich vermitteln, dass sie nicht willkommen ist. Das ist hart, aber herzlich. So, wie die Pfälzer eben sind!

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006