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Montag, 25. September 2017

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Krautstrunk

 

Der Krautstrunk war im Mittelalter, um das 16. Jahrhundert etwa, ein alltägliches Trinkgefäß für Bier und Wein. Es handelt sich dabei um einen bauchigen Glasbecher mit aufgeschmolzenen Nuppen. Sie gleichen im Aussehen den „Dubben“ eines Pfälzer Schoppenglases, nur dass dieses Einbuchtungen statt Auswölbungen hat. Diese aufgeschmolzenen Auswölbungen sind leicht spitz und weisen nach oben.

Ein Krautstrunk ist ein Begriff aus dem Pflanzenreich. Man bezeichnet ihn auch als das Herz eines Krautkopfes, wie etwa beim Rot- oder Weißkohl. Werden beim Kohl die Blätter abgebrochen, bleibt am Ende der Strunk übrig, an dem aber immer nach oben stehende Blattreste verbleiben. Da die Nuppen des Glasbechers die gleiche Form aufweisen wie die Reste am Strunk, wurde dieses Gefäß als Krautstrunk bezeichnet.

Der Glasart nach gehört der Krautstrunk zu den Waldgläsern, einem Vorläufer des Römers (Trinkgefäß). Oft hatte der Glasbecher eine grünliche oder bräunliche Färbung, welche auf Verunreinigungen oder Beigaben der Glasmasse zurückzuführen war. Verbreitet war seine Herstellung in Deutschland und in den Niederlanden. Becher dieser Art wurden im Mittelalter in großen Mengen produziert und waren Gebrauchsgläser. Doch fanden sie häufig auch als Reliquienbehälter Verwendung. Schon der Wittenberger Pfarrer Johann Mathesius prägte 1562 in seiner sogenannten „Glaspredigt“ den Begriff des Krautstrunks. Seiner Ansicht nach seien die Nuppen angebracht, damit die Gläser „von vollen und ungeschickten Leuten dest leychten köndten inn feusten behalten werden.“

Im Grunde war es ein handliches Trinkgefäß , welches durch seine Nuppen ebenso grifffest war, wie unser Dubbeglas.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin