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Montag, 25. September 2017

21°C

Wasserstress

 

Man kann es sich kaum vorstellen, aber auch Pflanzen können Stress haben. Meistens dann, wenn sie nicht genügend Wasser zur Verfügung haben.

Wenn er erst mal groß ist, ist ein Rebstock „hart im Nehmen“. Wie kleine Bäumchen können sie lange von den Vorräten aus den Stämmen zehren, außerdem können Reben sehr tief wurzeln – bis zu 25 Meter je nach Boden. In der Tiefe findet sich noch Feuchtigkeit, auch wenn an der Oberfläche schon lange Trockenheit herrscht. Doch nicht nur das. Dort gibt es auch eine Vielzahl an Mineralien (je tiefer, desto mehr), weshalb von den älteren Stöcken, die schon tiefer gewurzelt haben auch die mineralischeren und gehaltvolleren Weine gewonnen werden können.

Das ist dann auch schon die Begründung, weshalb ein bisschen Wasserstress durchaus auch erwünscht ist. Haben die Reben nämlich immer genug Wasser, so sehen sie überhaupt keinen Grund, tief zu wurzeln und dann entstehen auch die Vorteile nicht. Außerdem bilden leicht gestresste Reben kleinere Beeren aus. So wird die Traube nicht so kompakt und die einzelnen Beeren quetschen sich nicht gegenseitig ab, es entsteht keine Fäulnis und der Ertrag wird reduziert, wodurch sich die Qualität erhöht.

Darauf anlegen sollte man das aber erst bei etwas älteren Reben, die jungen haben dafür noch nicht genügend Reserve eingelagert, sie werden meist bei extremer Witterung noch bewässert. Wasserstress können sie schlecht kompensieren und geben ihren Stress an die Trauben weiter. So kann der gefürchtete Weinfehler UTA entstehen, hinter dem sich ein typischer Weißweinfehler verbirgt: ein untypischer Alterungston, der sich in Mitteleuropa mittlerweile als häufigster Ablehnungsgrund bei der Qualitätsweinprüfung etabliert hat.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin