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Montag, 25. September 2017

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Chaptalisieren

 

Dieser Begriff beschreibt eine der umstrittensten Arbeitsschritte in der Weinbereitung. Benannt ist das Verfahren nach dem französischen Chemiker Jean-Antoine Chaptal. Um den Alkoholgehalt des späteren Weines zu erhöhen wird dem Most noch vor der Gärung Zucker zugesetzt. Dadurch kann während der anschließenden Gärung mehr Zucker zu Alkohol umgewandelt werden, der Wein wird fülliger und auch alkoholreicher.

Für die Chaptalisierung gibt es natürlich auch rechtliche Vorschriften. So darf nur mit Rohr-, Rübenzucker (Saccharose) oder mit RTK (Rektifiziertes Traubenmostkonzentrat, Traubenmost, dem alle Inhaltsstoffe bis auf Wasser und Zucker entzogen wurden) angereichert werden. Wichtig ist, dass der Zucker dem Wein vor der Gärung zugesetzt wird. Er dient also nicht, wie oft behauptet, der Süßung des Weines, sondern lediglich der Alkoholerhöhung. Zuckerzusatz nach der Gärung ist übrigens verboten.

Dem Image der Chaptalisierung schadet auch immer wieder die Verwechslung mit der so genannten Nassverbesserung, also der Anreicherung mit einer Zuckerwasserlösung. Diese ist allerdings schon seit 1985 verboten. Auch kann der Most nicht einfach so weit angereichert werden, dass er das erforderliche Mindestmostgewicht erreicht. Das Mindestmostgewicht gilt als Grundvoraussetzung für die Weinbereitung und muss auf natürliche Weise schon im Weinberg erreicht werden.

Gegner dieses Vorgangs behaupten, dass er unnatürlich ist, da in der Traube nur Fructose (Fruchtzucker) und Traubenzucker (Glucose) vorkommen, jedoch keine Saccharose. Wer gänzlich dem chaptalisierten Wein entgehen will, hat es nicht schwer, denn sie ist nur für Land-, Tafel und Qualitätswein zugelassen, nicht jedoch für die Prädikatsweine, also die Weine in der Qualitätsstufe Kabinett und höher. Bei diesen Stufen kann man sich also sicher sein, dass der Wein nicht chaptalisiert wurde.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin