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Donnerstag, 21. September 2017

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Weinheiligen

 

In vielen Weinbauregionen wurden von alters her Heilige besonders verehrt. Ihre Statuen befinden sich sowohl in Kirchen und Häusernischen wie auch mitten in den Weinbergen als Bilderstöcke.

Was in der Antike noch als Weingötter bezeichnet, wurde im Christentum zu den Weinheiligen. Besonders beliebt waren sie vor allem an Rhein und Mosel. Der Wein ist das Produkt mit der größten Anzahl an Schutzpatronen. Rund 70 Weinheilige umfasst der edle Rebensaft. Wie es zu dieser Vielfalt kam, ist heutzutage kaum noch nachzuvollziehen. Denn die Ernennung eines Weinheiligen konnte unterschiedlichen Ursprungs sein.

So wurden unter anderem Menschen zu Weinheiligen erkoren, in deren Legenden der Wein in irgendeiner Weise eine Rolle gespielt hat. Auch wurden Personen selig und heilig gesprochen, die als Märtyrer starben mit der Begründung, dass sie „ihr Blut für Christus geopfert haben, wie die Traube ihren Saft für den Wein.“

Besonders in Situationen der Sorge und Not wandten sich die Menschen an bestimmte Heilige, die Bezug zur Rebe und zum Wein hatten. Sozusagen Verbündete, die Schutz gewährleisten sollten. Ihre Gedenktage haben oft einen direkten Bezug zum Weinbau im Zusammenhang mit Wetter und Wachstumsperiode, was häufig in den Bauernregeln wiederzufinden ist.

Der eigentliche Schutzpatron des Weinstocks wie auch des Winzers ist der heilige St. Urban. Mit seinem großen Tag, dem 25. Mai, folgt(e) er auf die gefürchteten Eisheiligen (Mitte Mai), also wenn der Frost nicht mehr zu erwarten war und man gutes Wetter erbat. Weitere Weinheilige sind zum Beispiel: Laurentius – 10.8. (für das Gedeihen der Weintrauben), Paulus – 29.6.(für Regen & Fruchtbarkeit und gegen Blitz und Hagel) oder St. Martin.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin