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Montag, 25. September 2017

21°C

Trockenbeerenauslese

 

Edelsüße Weine entstehen, wenn der Zuckergehalt der Trauben durch die Wirkung der Edelfäule oder durch „Rosinierung“ in einem heißen Herbst hohe Werte erreicht. Wenn der Begriff „Beerenauslese“ nicht mehr ausreichte, um die Fülle ganz besonders auserlesener Weine ausdrucksvoll genug zu kennzeichnen, dann standen als Superlative noch Goldbeerenauslese und Edelbeerenauslese zur Verfügung.

Heute ist vom Gesetz nur noch die Bezeichnung „Trockenbeerenauslese“ zugelassen. Trocken bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Trauben, aus denen der Wein gekeltert wurde, durch Edelfäule oder Hitze fast zu Rosinen geschrumpft sind. Der Pilzbefall bewirkt, dass winzige Poren in der Beerenhaut entstehen, wodurch das Wasser langsam verdunstet und die Inhaltsstoffe der Beeren extrem konzentriert werden. Noch im Weingesetz von 1930 war dieser Begriff nicht amtlich definiert.

Die Trockenbeerenauslese ist eine der weltweit begehrtesten und am meisten imitierten Spezialitäten des deutschen Weinbaus. Doch auch wenn Erzeuger vieler Anbaugebiete vor allem in Ländern der Neuen Welt versucht haben, Edelfäule und daraus resultierende Weine dieses Stils zu kopieren, die extreme Vielschichtigkeit und geschmackliche Dichte bei gleichzeitig niedrigem Alkoholgehalt ist nur wenigen gelungen. Tauben mit einem Mindestmostgewicht von 150° bis 154° Oechsle – je nach Anbaugebiet – dürfen auf dem Etikett mit dem Ausdruck „Trockenbeerenauslese“ deklariert werden. Diese Weine haben dann einen natürlichen Restzucker von bis zu mehreren 100 Gramm pro Liter. Sie besitzen eine Alterungsfähigkeit von mehreren Jahrzehnten und wegen ihres Raritätenstatus erzielt das „flüssige Gold“ auf Versteigerungen Höchstpreise. Diese Weine muss man in ihrer Herrlichkeit kosten, denn sie gehen über das hinaus, was Worte in der Lage wären zu beschreiben.

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin 2006/2007