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Montag, 25. September 2017

21°C

Winterbegrünung

 

Wandert man zu winterlicher Zeit oder im Frühjahr durch die Weinberge, kann man sie als grünen Fleck in der noch grauen Landschaft ausmachen. Diese Winterbegrünung wurde bereits im August eingesät.

Ihre Aufgaben haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. War sie lediglich eine Oberflächenabdeckung, Erosionsschutz und eine Maßnahme zur besseren Mechanisierung, kann man ihr heute weitaus mehr Funktionen zuschreiben. Welchen Zweck sie jedoch letzten Endes erfüllt, liegt zunächst in der Hand des Winzers, wenn er entscheidet, welche Pflanzen seinen Wingert begrünen sollen.

Die Auswahl richtet sich nach den Standortbedingungen, der Traubenlesetechnik und dem Saattermin. In Junganlagen mit frisch gelockerten Böden findet man meistens tiefwurzelnde Pflanzen, zum Beispiel den Ölrettich. An erosionsgefährdeten Standorten, sind sich schnell entwickelnde Pflanzen mit guter Flächendeckung gefragt, wie das Weidegras oder Roggen. Durch diese Methode zur Erhöhung der Artenvielfalt wird das System der Monokultur gebrochen, Nützlinge angelockt und das Bodenleben regelrecht beflügelt. Der Weinberg kann einen großen Teil seines Humusbedarfs nun selbst decken.

Eine besondere Art der Nährstofflieferanten sind die so genannten Leguminosen. Diese Hülsenfrüchte und verschiedensten Arten von Klee liefern Pflanzen verfügbaren Stickstoff durch das Zusammenleben mit Knöllchenbakterien, welche sich wiederum den Stickstoff aus der Luft zu Nutze machen können. Winterbegrünung ist aus dem Weinbau nicht mehr wegzudenken. Es gibt keine Pflanze für alle Fälle. Für den Winzer ist es also immer ein Ringen mit dem Optimum, die richtige Mischung für den jeweiligen Weinberg einzusäen.

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin