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Montag, 25. September 2017

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Dorscht

 

Wer kennt ihn nicht, „de Pälzer Dorscht“. Viele Touristen und Zugezogene hören diesen Ausdruck und übersetzen ihn in den hochdeutschen Begriff Durst. Durst ist das Verlangen nach Wasser oder einem anderen erfrischenden Getränk, wenn der Körper durch Anstrengung Wasser verliert und dadurch deutlich macht, den Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen zu wollen.

Dorscht hingegen ist der Wunsch der Seele nach einem guten Pfälzer Wein! Der Dorscht ist meist angeboren und wird durch Übungen, in Form des gemeinsamen Trinkens im Kreis von Freunde und Familie, trainiert! Ein Gläschen Wein am Abend in gemütlicher Runde ist für fast jeden Pfälzer eine persönliche Pflicht, und vor allem nach getaner Arbeit benötigt man einen gut gefüllten „Dubbeschoppe“, um dieses Verlangen zu besänftigen. Dorscht hat ein Pfälzer fast immer, jedoch darf er diesem Verlangen nicht immer nachgeben, da das Autofahren oder die gesundheitliche Verfassung berücksichtigt werden sollten!

Dieses Verlangen tritt in Maßen auf und nicht in Massen, schließlich ist der Pfälzer ja Genießer. Kopfweh am nächsten Morgen oder Zwist mit dem Gesprächspartner (die Pfälzer diskutieren für ihr Leben gern!) auf Grund eines Gläschens zu viel sind nicht wünschenswert. Also wird der Dorscht nicht durch maßloses Trinken gestillt, sondern durch kultiviertes gemeinsames Weingenießen.

In Rheinhessen gibt es ein ähnliches, angeborenes Verlangen nach Wein. Dort wird es mit dem Sprichwort „Liebe vergeht – Dorscht besteht" bekräftigt. Die Besonderheit des pfälzischen Dorscht ist, dass alle Generationen davon betroffen sind – so auch der Wunsch nach „DEM“ Lebenselixier ein gemeinsamer ist.

In diesem Sinne… Zum Wohl!

 

Karen Storck

 

Pfälzische Weinkönigin