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Mittwoch, 18. Oktober 2017

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Weinstein

 

Wenn eine Flasche Wein entkorkt wird, findet man hin und wieder am Korkspiegel oder in der Flasche winzige, glänzende Kristalle. Diese Kristalle nennt der Fachmann Weinstein. Er entsteht durch die Verbindung von Weinsäure mit Kalzium und Kalium. Das sind Stoffe, die im Wein von Natur aus vorhanden sind. Kalium gilt als Mineralstoff von gesundheitlichem Wert, Weinsäure als Hinweis auf besonders ausgeprägte Reife. Dies bedeutet: je reifer die Trauben sind, desto größer ist der Anteil an Weinsäure. Je länger die Trauben am Rebstock reifen, desto länger haben sie Zeit, aus dem Boden viele Mineralien wie etwa Kalium aufzunehmen. Weinstein ist daher eher ein natürliches Zeichen von Qualität. Gerade hier in der Pfalz gibt es sehr mineralische Böden, ideal für gesunde, kräftige Weine, die sich ab und zu gerne mit Weinstein präsentieren.

 

Im größeren Umfang fällt Weinstein beim Weinausbau im Keller an. In alten Holzfässern findet man Zentimeter dicke Weinsteinablagerungen, eine Ansammlung von Millionen kleiner Kristalle. Damit der Weinstein in der Flasche bleibt, muss der Wein vorsichtig ausgegossen werden. Rotwein kann man in einer Karaffe dekantieren. Weißwein sollte man vorsichtig direkt aus der Flasche in das Glas einschenken. Weinstein wird übrigens in der Industrie als wertvoller Rohstoff verwendet. Feingemahlen findet man ihn im Backpulver oder in Arzneimitteln zur Linderung von Verdauungsstörungen, sogar als Silberputzmittel wird er eingesetzt.

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006