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Montag, 25. September 2017

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Madeleine Royal

 

Lange wurde die Rebsorte mit diesem wohlklingenden Namen um ihren verdienten Ruhm gebracht. Im Jahre 1882 wurde die Rebsorte Müller-Thurgau von ihrem Züchter als Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner vorgestellt. Müller-Thurgau gewann immer mehr an Bedeutung, war lange die am Meisten angebaute Rebsorte in Deutschland und wurde zur erfolgreichsten Neuzüchtung weltweit.

Erst über 100 Jahre nach der Vorstellung des Müller-Thurgaus, im Jahre 1998, konnte nachgewiesen werden, dass der Vater der erfolgreichen Rebsorte nicht, wie angenommen, der Silvaner ist – und vor wenigen Jahren stellte sich die wenig bekannte Sorte Madeleine Royal als Vater heraus.

Madeleine Royal selbst stammt von der bukettreichen Rebsorte Gutedel, auch als Chasselas bekannt, ab. Angebaut wird sie kaum, manchmal als Tafeltraube oder auch hin und wieder als Zierrebe. Die Eigenschaften von Madeleine Royal sind daran Schuld, dass man sie so wenig antrifft. Der Reifezeitpunkt ist sehr früh, oft schon gegen Ende Juli. Die Trauben sind zwar groß, was sie als Tafeltraube interessant macht, leider aber auch sehr kompakt. Das führt dazu, dass sie für Pilzkrankheiten wie Mehltau und auch Botrytis anfällig sind und bei Tafeltrauben kann man keinerlei Fäulnis tolerieren. Wird sie trotzdem angebaut, müssen die Trauben, um der Fäulnis vorzubeugen, noch leicht unreif geerntet werden.

Schnell wird klar, dass die Unbekanntheit von Madeleine Royal begründet ist: Allein, um die Kreuzungspartner des Müller-Thurgau nennen zu können, lohnt es sich, sich den schönen Namen zu merken, doch aus eigener Kraft wird Madeleine Royal eher nicht zu Bekanntheit kommen.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin