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Donnerstag, 21. September 2017

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Sulfit

 

Schwefel im Wein ist nichts Neues. Wein wurde schon vor 2000 Jahren geschwefelt und dies ist unbedingt notwendig, um einen qualitativ hochwertigen Wein zu erzeugen. Der Schwefel verhindert, dass Wein oxidiert und braun wird. Ebenfalls wirkt er entkeimend und schützt vor schädlichen Bakterien und Schimmelpilzen. Dadurch erreicht man, dass der Wein gesund, frisch und lagerfähig bleibt und sich geschmacklich optimal entwickelt. Gänzlich schwefelfreie Weine gibt es nicht, da als Nebenprodukt der Gärung unter anderem Schwefeldioxid (SO²) entsteht. Das Deutsche Weingesetz hat zulässige Höchstwerte der Schwefelzugabe – zwischen 175 und 400 Milligramm pro Liter – festgelegt. Aber in der Praxis wird dies fast immer deutlich unterschritten.

Weine, die nach dem 25.11.2005 abgefüllt wurden und eine Sulfit-Konzentration von mehr als zehn Milligramm pro Liter enthalten, sind gemäß einer EU-Lebensmittelkennzeichnungsrichtlinie deklarationspflichtig. Sulfite sind an für sich keine richtigen Allergene, jedoch kann es bei besonders empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten kommen. Mögliche Allergieauslöser müssen auf den Verpackungen von Lebensmitteln aufgeführt werden. Dies wurde in einer 12-Punkte-Liste festgelegt, die dazu verpflichtet, neben Schwefelangaben auch Bestandteile von Eiweiß- oder Getreideprodukten zu kennzeichnen.

Der menschliche Körper ist den Umgang mit Sulfiten gewöhnt, denn er produziert täglich etwa 2500 Milligramm Schwefeldioxid aus Nahrungseiweißen und muss zusätzlich noch das Schwefeldioxid aus der Luft bewältigen. „Endogener Schwefel“ ist demnach erheblich mehr vorhanden als der, der durch den Wein zugeführt wird.

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006