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Donnerstag, 21. September 2017

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Keltern

 

Unter Keltern versteht man das Trennen des Mostes, also des flüssigen Safts der Traube, von den Trestern. Diese sind die festen Bestandteile der Maische, die auf die Kelter aufgeschütteten zerquetschten Trauben.

 

Keltern kommt vom lateinischen Wort „calcare", was so viel wie „mit den Füßen stampfen beziehungsweise zertreten" bedeutet. Denn zu früheren Zeiten wurde der Saft der Trauben noch mit den bloßen Füßen „herausgetreten". Dies wurde jedoch im 8. Jh. von Karl dem Großen in seinen Bestimmungen zur Weinbereitung untersagt, sodass die Kelterstiefel zum Einsatz kamen.

 

Besonders in der Zeit des Feudalismus war das Keltern der Trauben für den Landesherren eine finanziell sehr einträgliche Arbeit. Denn beim Pressen wurde der „Zehnte", damit war jede zehnte Logel gemeint, als Steuer erhoben. Diese Logel voll Maische oder Most wurde einbehalten und an den Landesherren abgegeben. In Gegenden, in denen besonders intensiv Weinbau betrieben wurde, gehörten die Kelterhäuser so sehr oft zu den - abgesehen von den Kirchen - größten historischen Gebäuden im Ort und waren oft größer als Rathäuser oder Bürgerhäuser.

 

Besonders geachtet wurde damals, dass kein Betrug mit dem Keltern betrieben wurde. Deshalb regelten Kelterordnungen dessen Ablauf und die Aufsicht. Auch Privatkeltern galt aus diesem Grund als illegal und war nicht erlaubt. Solche Keltern kamen erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach der Ablösung der alten Herrschaften in Gebrauch.

 

Das Keltern bezeichnet allerdings nicht nur das Pressen der Weintrauben, sondern ist auch ein Synonym für die Weingewinnung im Allgemeinen. „Kelter" ist umgangssprachlich auch eine verkürzte Bezeichnung für das Kelterhaus, die Räumlichkeiten, in denen die Presse steht.

 

Gabi Klein

Pfälzische Weinkönigin