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Donnerstag, 21. September 2017

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Naturkork

 

Naturkork war schon den Römern im 2. Jh. v. Chr. bekannt. Sie verschlossen ihre Weinkrüge nach der Gärung mit Kork. Mit dem Untergang des Römischen Reiches war der Kork jedoch in Vergessenheit geraten. Im Mittelalter wurden die Gefäße mit Holzstöpseln, Terrakotta oder Wachs abgedichtet. Zu Beginn des 17. Jh. wiederentdeckt, steht der Naturkorken bis heute für hohe Elastizität, Haltbarkeit, Nostalgie und geringe Luftdurchlässigkeit.

 

Der Naturkork wird aus der Korkeiche gewonnen, die vor allem in Portugal und Spanien beheimatet ist. Die Bäume können bis zu zehn Meter hoch und rund 200 Jahre alt werden. Bevor die Rinde das erste Mal für den Flaschenkorken geschält werden darf, muss der Baum 45 Jahre alt sein. Die Rinde der Korkeiche muss mehrere Monate im Freien lagern. Sie wird dann gekocht, gepresst, in Platten geschnitten und ausgestanzt.

Das Image der Naturkorken steht aber auf wackeligen Beinen. Es kommt hin und wieder zu Mufftönen oder dem sogenannten Korkgeschmack (Trichloranisol TCA).

Dieser Korkfehler beruht auf einem intensiven Duftstoff, der den Wein stumpf und unangenehm riechen und schmecken lässt. Dies erinnert an Karton, Fensterleder oder feuchte Erde. Trotz jahrzehntelanger Forschung ist noch kein sicheres Verfahren gefunden worden, die Problematik in den Griff zu bekommen.

 

Als alternative Verschlussformen hat man inzwischen den Schraubverschluss, Glasverschluss oder den Kunstoffkorken entwickelt.

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006