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Mittwoch, 20. September 2017

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Erzeugerabfüllung

 

Erzeugerabfüllung ist ein Hinweis auf dem Etikett für Weine, die aus Traubengut des Erzeugers im Erzeugerbetrieb hergestellt wurden. Das bedeutet, dass der Anbau, die Weinerzeugung und die Abfüllung in den Händen des Winzers, einer Winzergenossenschaft oder eines vergleichbaren Zusammenschlusses (beispielsweise von Weinbaubetrieben) liegen.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts verkauften die meisten Winzer ihren Wein in Fässern an die Händler, die ihn wiederum in Flaschen abfüllten und im Sinne des Weingesetzes als Abfüller fungierten. Diese Praxis ließ den Verbraucher hinsichtlich der Herkunft des Weines allerdings häufig im Unklaren. Heute müssen „Abfüllbetriebe“, die ihre Trauben, den Most oder den Wein von Winzern beziehen, die volle Garantie für Weinausbau und Qualität übernehmen. Auf dem Etikett steht dann der Hinweis „Abfüller“.

Als Abfüller treten Weinkellereien, aber auch Winzerbetriebe auf, zum Beispiel bei Zukauf der Süßreserve oder bei einer klassischen Lohnfüllung. Die gängige Praxis ist, dass Winzer ohne eigene Abfüllanlage diese vom Abfüllbetrieb mieten; nur in diesem Falle darf der Begriff „Erzeugerabfüllung“ Verwendung finden. Es war Baron Philippe de Rothschild (1902-1988), der erstmals 1927 für seinen Chateau Mouton-Rothschild in Pauillac bei Bordeaux die Erzeugerabfüllung einführte. Die Bezeichnung „Erzeugerabfüllung“ darf nur für Weine verwendet werden, die aus selbst gewonnenen Trauben des Erzeugers oder der Mitglieder des genannten Erzeugerzusammenschlusses im eigenen Betrieb hergestellt und abgefüllt worden sind. Der Begriff „Erzeugerabfüllung“ gilt nur für Wein aus Deutschland und der Provinz Bozen (Südtirol). Der Erzeugerabfüllung entsprechen in Frankreich auf dem Etikett Begriffe wie zum Beispiel „mis en bouteilles à la proprietié“ oder „mis d´origine“.

Die ursprüngliche Angabe „aus eigenem Lesegut“, die früher zulässig war, sowie alle weiteren Leseguthinweise, wie zum Beispiel: „aus dem Lesegut des Winzers XY“ oder „aus dem Lesegut unserer Mitglieder“ sind nicht mehr erlaubt. Seit dem Jahr 1971 löste der Begriff „Erzeugerabfüllung“ die allgemein verbreitete Bezeichnung „Originalabfüllung“ ab. Der Erzeuger und Abfüller bürgt mit gutem Namen für die Beschaffenheit seiner Weine. Wer von der Qualität seines Winzers, seiner Kellerei oder Genossenschaft überzeugt ist, bleibt ein treuer Kunde.

 

Julia Becker

 

Pfälzische Weinkönigin