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Montag, 25. September 2017

21°C

Beerenauslese

 

Beerenauslesen sind natursüße Prädikatsweine und haben einen besonders hohen Oechslegrad. Aus den vollreifen Trauben werden die edelfaulen oder überreifen Beeren traditionell mit der Schere aus den Trauben geschnitten und gekeltert. Allein schon die hohen Lohnkosten bedingen einen hohen Preis, da selektiv gelesen werden muss.

Vollreifes Lesegut und ein günstiges Herbstwetter (warm und trocken) sind für die Gewinnung von Beerenauslesen beste Voraussetzungen. Beerenauslesen weisen reife Süße, Würze und Fülle auf und haben das unverkennbare Aroma der Edelfäule. Für die hohe Qualität solcher Weine ist der Schimmelpilz namens „Botrytis cinerea“ (Edelfäulepilz oder Grauschimmelpilz) verantwortlich. Im Weinbau kann sein Auftreten aber auch große wirtschaftliche Schäden verursachen. Auf unreifen Traubenbeeren ruft der Schimmelpilz nämlich die gefürchtete Roh- oder Säurefäule hervor. Befällt er die Traubenstiele, sterben diese ab und die Trauben fallen schon vor der Reife vom Stock ab. Man spricht daher auch von Stielfäule oder Schwundfäule. Wenn sich der Schimmelpilz jedoch bei trockenem, warmen Herbstwetter auf voll ausgereiften Traubenbeeren mit optimalem Zuckergehalt entwickelt, wirkt er sich positiv aus und ermöglicht die Gewinnung von exzellenten Beerenauslesen.

Für Beerenauslesen sind nach dem deutschen Weingesetz die Mindestanforderungen genau festgelegt. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 110° bis 128° Öchsle. Solche Weine können somit nicht in jedem Weinjahrgang geerntet werden. Beerenauslesen glänzen bernsteinfarben im Glas, gelten auch als Raritäten und sind meist über Jahrzehnte lagerfähig.

 

Julia Becker

 

Pfälzische Weinkönigin