Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Montag, 25. September 2017

21°C

Stiellähme

 

Die Stiellähme ist eine Krankheit, die am Traubengerüst der Reben auftritt. Sie ist kein gewöhnlicher Befall durch pathogene Organismen, sondern tritt durch eine Stoffwechselstörung während der Reife ein. Somit ist die Stiellähme eine „physiologische Störung“.

Erkennbar ist sie durch nekrotische, schwarz-braune Flecken, an denen das Gewebe des Traubengerüstes eingefallen ist. Kommt nun noch ein zusätzlicher Befall von Botrytis hinzu, hat dies zur Folge, dass das Stielgerüst keinen mechanischen Halt mehr besitzt und die ganze Traube oder Teile davon auf den Boden abfallen (Bodentrauben).

Durch das abgestorbene Gewebe werden auch die Trauben nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Beeren trocknen aus und schrumpfen zusammen. Sie bleiben sauer und weisen nur geringe Zuckereinlagerungen auf. Damit ist die Krankheit nicht nur für geringe Erträge verantwortlich, sondern auch für Qualitätseinbußen. Der häufigste Befall tritt um die Rebblüte („frühe Stiellähme“) und bei Beginn der Beerenreife (auch knapp danach) („klassische Stiellähme“) ein.

Doch was ist die Ursache dieser Krankheit? Die Stiellähme ist ein Magnesiummangel im Gewebe des Stielgerüstes. Er kann durch eine gestörte Aufnahme oder eine ungleiche Nährstoffverteilung entstehen. Dieser Mangel schwächt vor allem die Photosynthese der Pflanze und damit den Stoffwechsel.

Auch geringe Belüftung der jungen Trauben durch dichte Laubwände erhöhen die Gefahr der Stiellähme, da wenig Transpiration stattfinden kann, wenig Sonne auf die Trauben gelangt und somit weniger Nährstoffe wie Magnesium eingelagert werden. Betroffene Rebsorten sind etwa Riesling, Rieslaner, Müller-Thurgau und Cabernet Sauvignon.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin