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Montag, 25. September 2017

21°C

Spätfrost

 

Nach einer alten Volksweisheit wird das Frühlingswetter erst nach der „kalten Sophie“ stabil. Am 15. Mai ist der Namenstag der heiligen Sophie und somit letzter Tag der Eisheiligen. Und wie der Name es schon andeutet, sind vor allem die Nächte zuvor von Kälte und Frost geprägt.

„Musch dich dick aaziehe, dann hol‘sch der aa net de Dod!“ – diese Aussage trifft auf uns Menschen ganz gut zu, aber so einfach ist es bei den Reben in den Weinbergen nicht. Nach der Kälteperiode im Winter werden die Reben geschnitten, gebogen und in Form gebracht, um sich im Laufe des Frühjahres und Sommers zu entwickeln. Mit den ersten Sonnentagen erwachen die Pflanzen zum Leben und treiben aus. Die Ruten dieser Lianengewächse sind voll von Knospen (Augen) und auch die Triebe und Blätter sind zu sehen.

Wenn im April und Anfang Mai die Nächte wieder kälter werden, dann kommt es zu ersten Schäden. Das Wasser in den grünen Pflanzenteilen kann gefrieren, dadurch dehnt es sich aus und bringt die Zellen in der Rebe zum Platzen. Sollte es soweit kommen, dann werden die Blätter und Triebe schlaff, verfärben sich braun und vertrocknen schließlich. Auch die Knospen werden innen dunkelbraun und treiben nicht mehr aus.

Später können die Reben zwar erneut austreiben, aber in den meisten Fällen bilden sich nun noch wenige oder gar keine Trauben mehr. Die Vegetation befindet sich zu diesem Zeitpunkt in einem deutlichen Rückstand, da die Rebe die Phase des Austriebes erneut durchlaufen muss. Das alles kann die Rebe schwächen, was vor allem Jungpflanzen nicht so gut verkraften.

Mit einem Ertragsausfallim folgenden Herbst ist bei Spätfrösten zu rechnen, wie hoch dieser ausfällt, kann jedoch erst bei der Lese festgestellt werden...

 

Karen Storck

 

Pfälzische Weinkönigin