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Montag, 25. September 2017

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Panschen

 

Das Vermengen eines Stoffes mit einem oder mehreren minderwertigen Stoffen (nicht Verschnitt oder Cuvee) bezeichnet man als panschen. Es kann im Weinbau zur Vergrößerung der Weinmenge dienen oder um die Qualität eines minderwertigen Produktes vermeintlich zu erhöhen. Die Zugabe unerlaubter Stoffe, wie Zucker, Wasser oder gesundheitsschädlicher Substanzen, beispielsweise Frostschutzmittel, hat in der Vergangenheit die Weinszene erschüttert. Die zwei gravierendsten Skandale der Panscherei im europäischen Weinbau waren der italienische Methanolskandal und der Glykolskandal in Österreich 1985.

In früheren Jahrhunderten drohten Weinfälschern harte Strafen. Angefangen bei Bußgeldern über Folterung durch Peitschen oder Stifte, welche durch die Ohren getrieben wurden, bis hin zu Gefängnis und dem Galgen. Jede Stadt hatte ihre eigenen Vorschriften erlassen, bis Kaiser Karl V. 1532 die Strafen durch die Halsgerichtsordnung vereinheitlichte und die Fälschung von Gewicht, Mischung und Kaufmannschaft mit dem Tode geahndet wurden.

Doch die Geldgier der Weinbauern war stärker als die Angst. Weißweine wurden mit Holundersaft, Ochsenblut und Magenta schöngefärbt und als teure Rotweine verkauft. In dieser Zeit gab es zum Süßen auch noch keinen Zucker. So musste man mit teurem Honig arbeiten oder skrupellos das preiswerte, aber giftige Bleiacetat zugeben. Bei den Wirten waren Süßstoffkonzentrate im Umlauf, die man je nach Geschmack des Kunden vor dem Servieren beimischte. Viele fröhliche Zecher mussten diesen Genuss mit gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Leben bezahlen.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin