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Montag, 25. September 2017

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Weinaromen

 

Weinaromen gehören zu den Geschmacks- und Geruchsstoffen, die unter den Begriff Sortenbukett fallen. Das Wort Aroma stammt aus dem griechischen und bedeutet Gewürz. Demnach ist der Gewürztraminer, wie es der Name schon sagt, eine ausgesprochene Aromasorte.

Der menschliche Geruchsinn bestimmt unser Leben viel mehr als es uns bewusst ist. Wohlbefinden, Sympathie, Stimmung und viele andere Empfindungen werden wesentlich von Gerüchen bestimmt. Auch beim Genuss von Wein spielt die Nase eine erhebliche Rolle. Das Aroma des Weins hat einen entscheidenden Einfluss, ob wir Wein mögen. Die Nase lässt auch, viel mehr als Aussehen und Geschmack, Rückschlüsse auf Rebsorten, Herkunft und Ausbau zu. Ein Wein kann bis zu 1000 Aromastoffe beinhalten, und davon sind nur etwa um die 20 Aromen sensorisch wahrnehmbar.

Wo kommen nun die Aromen im Wein eigentlich her? In der Weinliteratur unterscheidet man zwischen primären, sekundären oder tertiären Aromen. Genau diese Unterscheidung ist auch der Schlüssel zur Herkunft der Aromen, also der Substanz, die in gelöster Form den Geruchssinn beeinflussen. Bei den primären Aromen ist die Substanz bereits in der Traube enthalten. Unter den sekundären Aromen versteht man die aromabestimmenden Substanzen, die durch den Verarbeitungsprozess der Trauben (Traubenverarbeitung, Gärung, Ausbau) entstehen. Zu diesen erwünschten Aromatisierungen gehören zum Beispiel die Vanille- oder Röstaromen beim Barriqueausbau. Die tertiären Aromen entstehen erst während der Lagerung des Weins. Den Lageraromen ist auch der häufigste und bekannteste Fehlerton, der Korkschmecker, zuzuordnen.

Die Aromen sind bei der Sortenbeurteilung ein bedeutendes Qualitätsmerkmal und spielen bei der Sensorik eine große Rolle. Die Entwicklung der Aromen von der Traube bis zur Flasche kann durch eine Reihe weinbaulicher und kellerwirtschaftlicher Maßnahmen positiv beeinflusst werden. Hierzu gehören vor allem gesunde Trauben mit einem möglichst hohen Reifegrad, eine zügige Verarbeitung des Lesegutes, nach Möglichkeit eine gezügelte Gärung sowie eine schonende Weinbehandlung. Unsere Weine sind heute ohne hochwertige und sortentypische Aromen nicht mehr denkbar. Aromen verzaubern und lassen uns zu Aromaentdeckern im Glas werden. Es ist eine Faszination, den Wein in der Nase zu spüren und die Aromen über die Zunge tanzen zu lassen, um sich zu fragen, nach welchem Aroma schmeckt der Wein?

 

Julia Becker

 

Pfälzische Weinkönigin