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Donnerstag, 21. September 2017

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Abgang

 

Meist wird beim Abgang eines Weines vorwiegend auf dessen Dauer oder Länge, die Persistenz, wie es unter Weinkennern heißt, geachtet. Dieser angenehme Geschmackseindruck im Mund und Rachen nach dem Schlucken gilt als untrügliches Qualitätsmerkmal. Große ausgereifte Weine klingen in ihrer Vielschichtigkeit am Gaumen sekunden-, manchmal auch minutenlang nach. Bei jüngeren Weinen kann der Abgang noch etwas kurz wirken.

Man unterscheidet zwischen aromatischem (fruchtig, süß, sauer etc.) und strukturellem (ölig, pelzig etc.) Abgang. Für die Dauer des Abgangs gibt es sogar eine eigene Einheit, deren Wert mittels einer Stoppuhr erfasst wird. Dabei entspricht die Einheit „caudalie“ (französisch) einer Sekunde. Der Sinn dieser Zeitangabe ist jedoch umstritten. Denn die Wahrnehmung der Länge des Geschmackseindrucks ist so subjektiv wie es die qualitativen Geschmackseindrücke ohnehin schon sind. Außerdem sagt die reine Länge des Abgangs noch nichts über seine aromatische oder strukturelle Qualität aus. Generell kann man jedoch behaupten, dass er eines der größten Geschmackserlebnisse beim Weingenuss bietet.

Viel besser und treffender könnte deshalb der „Abgang“ mit dem Begriff „Finale“ beschrieben werden. Und wenn Sie einmal in das Dilemma kommen sollten, das Finale könnte sein Ende nehmen, dann hilft nur eines: Stoppuhr weglegen und sich eines weiteren Schluckes bedienen!

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin